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Website erstellen lassen: Agentur, Freelancer oder Baukasten?

Von Hasan Eralp BezekVeröffentlicht am 8 Min. Lesezeit

Holztisch mit drei Wegen zur Website nebeneinander: Laptop mit Vorlagen-Flächen, Skizzenbuch mit Layout-Kästen und ausgedruckter Entwurf, zwei Hände wägen ab

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Baukasten reicht, wenn Sie eine einfache Website mit wenigen Seiten brauchen, Zeit für Texte und Pflege haben und keine besonderen Funktionen benötigen.
  • Ein Freelancer passt gut zu überschaubaren Projekten mit klarem Umfang. Der kurze Draht ist ein Vorteil, die Abhängigkeit von einer einzelnen Person ein Risiko, das Sie vertraglich abfedern sollten.
  • Eine Agentur lohnt sich vor allem, wenn mehrere Fachgebiete zusammenkommen, etwa Konzept, Text, Gestaltung, Technik und Anbindungen an andere Systeme, oder wenn die Website langfristig betreut werden soll.
  • Unabhängig vom Weg sollten Sie selbst als Inhaber der Domain eingetragen sein, Zugänge zu allen Konten haben und Datenschutz, Impressum und Ladezeit von Anfang an mitplanen.

Wer eine Website erstellen lassen möchte, steht schnell vor drei Möglichkeiten: selbst mit einem Baukasten bauen, einen Freelancer beauftragen oder mit einer Agentur arbeiten. Keine davon ist grundsätzlich die beste. Entscheidend ist, was Ihre Website leisten soll, wie viel Zeit Sie selbst einbringen können und wer sich danach um sie kümmert. Dieser Artikel vergleicht die drei Wege ehrlich und zeigt, worauf Sie bei jeder Lösung achten sollten.

Website erstellen lassen: die drei Wege im Überblick

Ein Baukasten ist ein Onlinedienst, bei dem Sie Ihre Website aus fertigen Vorlagen zusammenstellen; Hosting, also der Betrieb auf einem Server, ist meist inklusive. Ein Freelancer ist eine selbstständige Einzelperson, die Ihre Website plant und umsetzt. Eine Agentur ist ein Team, in dem sich mehrere Personen die Aufgaben teilen, etwa Beratung, Gestaltung, Text und Technik.

Baukasten Freelancer Agentur
Ihr Aufwand hoch mittel gering bis mittel
Gestaltung Vorlagen individuell individuell
Technik und SEO Grundfunktionen je nach Person breit abgedeckt
Betreuung Sie selbst eine Person Team mit Vertretung
Geeignet für einfache Seiten, viel Eigenleistung klaren, überschaubaren Umfang mehrere Fachgebiete, Anbindungen

Die Tabelle beschreibt typische Fälle, keine festen Regeln. Es gibt Freelancer mit großer technischer Breite und kleine Agenturen, die kaum anders arbeiten als ein Einzelner. Fragen Sie deshalb immer nach, wer konkret was übernimmt.

Was die einzelnen Wege kosten und wovon der Preis abhängt, erklärt der Artikel Was kostet eine Website?. Hier geht es um die Frage, welcher Weg zu Ihnen passt.

Baukasten: wann er reicht

Ein Baukasten ist für viele Unternehmen die richtige Wahl, und das sollte man offen sagen. Er passt, wenn Sie eine überschaubare Website mit wenigen Seiten brauchen, etwa Startseite, Leistungen, über uns und Kontakt. Wenn Sie gern selbst gestalten und Zeit für Texte und Bilder haben, kommen Sie damit schnell zu einem ordentlichen Ergebnis.

Typische Fälle sind eine Gründung, die erst einmal sichtbar werden will, ein Nebengewerbe oder ein Betrieb, dessen Kunden fast nur über Empfehlungen kommen. Dort dient die Website vor allem der Bestätigung: Wer Ihren Namen gehört hat, prüft, ob es Sie gibt und wie Sie erreichbar sind.

Die Grenzen zeigen sich an anderer Stelle:

  • Ihre Zeit. Die Technik übernimmt der Baukasten, Konzept, Texte, Bilder und Pflege bleiben bei Ihnen. Der Aufwand dafür wird oft unterschätzt.
  • Gestaltung. Vorlagen lassen sich anpassen, aber nur im Rahmen dessen, was das System erlaubt. Eine Website, die sich klar von Wettbewerbern abhebt, ist damit schwerer umzusetzen.
  • Funktionen. Für besondere Abläufe, etwa eine Terminbuchung mit eigenen Regeln oder eine Anbindung an Ihre Kundenverwaltung, stoßen Baukästen schnell an Grenzen.
  • Bindung an die Plattform. Gestaltung und Aufbau lassen sich in der Regel nicht einfach zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Ein späterer Wechsel bedeutet meist einen Neuaufbau.

Ein Baukasten ist also kein schlechter Weg, sondern ein Weg mit klarem Einsatzbereich. Wenn Sie wissen, dass Sie in absehbarer Zeit mehr brauchen, planen Sie den Wechsel von Anfang an ein.

Freelancer: Vorteile und Risiken

Ein guter Freelancer kann für kleinere und mittlere Projekte die bessere Wahl als eine Agentur sein. Sie sprechen direkt mit der Person, die Ihre Website umsetzt. Abstimmungen sind kurz, Entscheidungen fallen schnell, und viele Freelancer sind auf bestimmte Branchen oder Systeme spezialisiert.

Die Vorteile im Überblick:

  • Kurzer Draht. Es gibt keine Weitergabe zwischen Projektleitung und Umsetzung.
  • Flexibilität. Kleinere Änderungen lassen sich oft unkompliziert einschieben.
  • Klare Verantwortung. Sie wissen genau, wer für das Ergebnis zuständig ist.

Die Risiken hängen fast alle damit zusammen, dass eine einzelne Person alles trägt:

  • Ausfall. Bei Krankheit, Urlaub oder einer vollen Auftragslage kann es dauern, bis Ihre Website ein Update oder eine Reparatur bekommt.
  • Breite des Wissens. Kaum jemand ist gleichzeitig stark in Konzept, Text, Gestaltung, Technik, Suchmaschinenoptimierung und Datenschutz. Fragen Sie nach, welche Teile der Freelancer selbst übernimmt und welche Sie liefern oder zukaufen müssen.
  • Abhängigkeit. Liegen Domain, Hosting und Zugänge nur beim Freelancer, wird ein Wechsel schwierig, wenn die Zusammenarbeit endet.

Diese Risiken lassen sich gut abfedern: mit klaren Absprachen zu Erreichbarkeit und Vertretung, mit einer Dokumentation der Zugänge und damit, dass Domain und Konten auf Ihren Namen laufen.

Agentur: wann sie sich lohnt

Eine Agentur bringt mehrere Fachgebiete unter ein Dach. Das lohnt sich vor allem dann, wenn Ihre Website mehr ist als eine digitale Visitenkarte: wenn sie Anfragen gewinnen, Termine annehmen oder Abläufe in Ihrem Betrieb vereinfachen soll.

Eine Agentur ist sinnvoll, wenn

  • Konzept, Texte, Gestaltung und Technik zusammen gedacht werden sollen, statt dass Sie die Teile selbst zusammenführen,
  • die Website mit anderen Systemen verbunden werden soll, etwa mit einer Kundenverwaltung, einem Buchungssystem oder einer eigenen Anwendung,
  • Sie eine verlässliche Betreuung mit Vertretung brauchen, damit Updates und Fehlerbehebungen nicht von einer einzelnen Person abhängen,
  • die Website wachsen soll, zum Beispiel um weitere Leistungsseiten oder Sprachen.

Auch eine Agentur hat Nachteile. Durch mehr Beteiligte kann die Abstimmung aufwendiger werden, und für eine schlichte Website mit wenigen Seiten ist der Umfang oft größer als nötig. Ob eine Agentur in der Nähe sitzt, ist zweitrangig. Für Unternehmen in Nürnberg, Fürth und Erlangen kann ein persönlicher Termin vor Ort die Abstimmung trotzdem erleichtern.

Wie eine Website mit Konzept, Gestaltung und Technik aus einer Hand entsteht, beschreiben wir auf unserer Seite zu Websites und Landingpages. Soll die Website mit einer eigenen Anwendung oder einer Datenbank zusammenarbeiten, finden Sie mehr dazu unter Web-Apps und Backend.

Worauf Sie bei jeder Lösung achten sollten

Manche Punkte gelten unabhängig davon, wer Ihre Website baut. Sie entscheiden darüber, ob Sie später frei handeln können und ob die Website rechtlich und technisch auf sicherem Boden steht.

Eigentum an Domain und Inhalten

Die Domain ist Ihre Adresse im Netz. Bei Domains mit der Endung .de verwaltet die DENIC das Register. Inhaber ist laut DENIC die dort eingetragene Person oder Organisation, der Provider verwaltet die Domain nur im Auftrag des Inhabers. Achten Sie darauf, dass Sie oder Ihr Unternehmen als Inhaber eingetragen sind, nicht Ihr Dienstleister. Für einen Wechsel zu einem anderen Provider brauchen Sie ein Wechselpasswort, das der bisherige Provider bei der DENIC hinterlegt.

Ebenso wichtig sind Ihre Inhalte. Klären Sie, ob Sie Texte und Bilder exportieren können und welche Nutzungsrechte Sie an Gestaltung, Fotos und Programmcode erhalten. Lassen Sie sich alle Zugänge geben: zum Hosting, zum Redaktionssystem, zu Google-Diensten und zur E-Mail.

Datenschutz und Impressum

Nach § 5 DDG müssen Anbieter geschäftsmäßiger, in der Regel gegen Entgelt angebotener digitaler Dienste bestimmte Angaben leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar halten, darunter Name und Anschrift sowie eine E-Mail-Adresse. Je nach Rechtsform und Tätigkeit kommen weitere Angaben hinzu.

Verarbeitet ein Dienstleister personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, etwa der Baukasten-Anbieter, der Hoster oder die Agentur bei der Wartung, braucht es nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Werden Cookies oder ähnliche Techniken eingesetzt, die nicht unbedingt erforderlich sind, etwa für Statistik oder Werbung, ist nach § 25 TDDDG grundsätzlich eine Einwilligung nötig.

Bietet Ihre Website Verbrauchern Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr an, etwa Onlinebuchungen oder einen Shop, kann das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gelten. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, sind nach § 3 Abs. 3 BFSG von den Anforderungen ausgenommen.

Stand: November 2026. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

Ladezeit und Google

Google empfiehlt Websitebetreibern, auf gute Core Web Vitals zu achten. Das sind Messwerte dafür, wie schnell eine Seite lädt, wie zügig sie auf Eingaben reagiert und ob das Layout beim Laden springt. Prüfen Sie Ihre Website deshalb vor allem auf dem Smartphone.

Zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) sagt Google selbst, dass kleine lokale Unternehmen einen großen Teil der Arbeit wahrscheinlich selbst erledigen können. Fachliche Hilfe lohnt sich laut Google besonders bei einem Neubau oder einer Neugestaltung, weil sich die Suchmaschinenfreundlichkeit dann von Anfang an berücksichtigen lässt. Wichtig ist auch: Niemand kann Ihnen eine Platzierung auf dem ersten Platz bei Google garantieren. Wer das verspricht, sollte Sie skeptisch machen.

Fragen, die Sie vor dem Auftrag stellen sollten

Diese Fragen helfen beim Vergleich von Angeboten, egal ob Sie mit einem Freelancer oder einer Agentur sprechen. Einige davon können Sie sich auch selbst stellen, bevor Sie sich für einen Baukasten entscheiden.

  • Wer wird als Inhaber der Domain eingetragen?
  • Bekomme ich alle Zugänge, und wo werden sie dokumentiert?
  • Welche Nutzungsrechte erhalte ich an Gestaltung, Texten, Bildern und Code?
  • Kann ich Texte und Bilder später selbst ändern, und wie aufwendig ist das?
  • Wer liefert Texte und Fotos, und was davon wird zugekauft?
  • Wo wird die Website betrieben, und gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?
  • Welche Dienste und Cookies werden eingebunden, und braucht es dafür eine Einwilligung?
  • Wie werden Ladezeit und Darstellung auf dem Smartphone geprüft?
  • Welche SEO-Grundlagen sind enthalten, etwa Seitentitel, Beschreibungen und eine saubere Struktur?
  • Wer kümmert sich nach dem Start um Updates und Sicherheit, und wer springt bei einem Ausfall ein?
  • Was passiert mit Website, Daten und Zugängen, wenn wir die Zusammenarbeit beenden?
  • Was ist im Angebot enthalten, und was wird gesondert berechnet?

Gute Dienstleister beantworten diese Fragen ohne Umwege. Wenn bei Domain, Zugängen oder Rechten ausweichende Antworten kommen, ist das ein deutliches Warnsignal, ganz gleich, wie überzeugend die Referenzen aussehen.

Häufige Fragen

Kann ich später vom Baukasten auf eine individuelle Website wechseln?

Ja, das ist ein üblicher Weg. Texte, Bilder und die Domain nehmen Sie mit, die Gestaltung und der technische Aufbau müssen in der Regel neu entstehen, weil sie an die Plattform gebunden sind. Prüfen Sie deshalb schon beim Start, ob Sie Inhalte exportieren können und ob die Domain auf Sie eingetragen ist.

Brauche ich für eine kleine Website wirklich eine Agentur?

Nicht unbedingt. Für eine schlichte Visitenkarte mit wenigen Seiten sind ein Baukasten oder ein erfahrener Freelancer oft völlig ausreichend. Eine Agentur lohnt sich eher, wenn Konzept, Texte, Gestaltung und Technik zusammen gedacht werden müssen oder die Website mit anderen Systemen verbunden werden soll.

Wem gehört die Website, wenn ein Dienstleister sie erstellt hat?

Das hängt vom Vertrag ab. Regeln Sie schriftlich, welche Nutzungsrechte Sie an Gestaltung, Texten, Bildern und Programmcode erhalten und dass Sie alle Zugänge bekommen. Die Domain sollte von Anfang an auf Sie oder Ihr Unternehmen eingetragen sein, nicht auf den Dienstleister.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG): Allgemeine InformationspflichtenBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · Stand: November 2026
  2. Art. 28 DSGVO – AuftragsverarbeiterAmtsblatt der Europäischen Union (EUR-Lex), Verordnung (EU) 2016/679 · Stand: November 2026
  3. § 25 Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG): Schutz der Privatsphäre bei EndeinrichtungenBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · Stand: November 2026
  4. § 1 Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG): Zweck und AnwendungsbereichBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · Stand: November 2026
  5. § 3 Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG): BarrierefreiheitsanforderungenBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · Stand: November 2026
  6. FAQs für DomaininhaberDENIC eG · Stand: November 2026
  7. Benötigst du einen Suchmaschinenoptimierer (SEO)?Google Search Central · Stand: November 2026
  8. Core Web Vitals und Google-SuchergebnisseGoogle Search Central · Stand: November 2026

Hasan Eralp Bezek

Gründer von GORILLA LABS in Fürth. Plant und baut Websites, Kundenverwaltungen und Automatisierungen für Unternehmen und schreibt hier über das, was sich in der Praxis bewährt.

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